Deutsche Flüchtlingsretter: Lage auf blockierten Schiffen kritisch

Die Lage auf den beiden blockierten Flüchtlings-Rettungsschiffen deutscher Hilfsorganisationen im Mittelmeer vor Malta verschlechtert sich weiter. «Inzwischen werden die Trink- und Brauchwasservorräte des Schiffes streng rationiert», teilte die Organisation Sea-Eye am frühen Montagmorgen (7. Januar) mit. Die 17 Geretteten an Bord der «Professor Albrecht Penck» schliefen seit mehr als einer Woche auf der Krankenstation, sie teilten sich nur eine Toilette. Matratzen und Wechselkleidung gebe es nicht. Auch auf dem Boot der Organisation Sea-Watch mit 32 Geretteten ist die Lage eigenen Angaben zufolge kritisch.

Die Schiffe von Sea-Watch und Sea-Eye befinden vor der maltesischen Küste, doch anlegen dürfen sie dort nicht. Malta und Italien rückten nicht von ihrer Linie ab und verwehren weiter die Einfahrt in ihre Häfen. Sea-Eye hatte am 29. Dezember in internationalen Gewässern vor Libyen 17 Menschen, darunter eine Frau und zwei Kinder, an Bord der «Professor Albrecht Penck» genommen. Die 32 Menschen an Bord der «Sea-Watch 3» wurden bereits am 22. Dezember gerettet.

Der Bordarzt der «Sea Watch 3», Frank Dörner, sagte in einem Video auf Twitter: «Die Situation hier an Bord wird immer instabiler.» Das Stressniveau nehme zu. Die Menschen seien traumatisiert, dazu kämen Seekrankheit und die Unsicherheit. «Es ist also eine sehr katastrophale Situation.»

Die Grenzen der Belastbarkeit «sind längst überschritten»

Sea-Eye-Vorstand Jan Ribbeck sagte: «Wenn das so weitergeht, dann werden wir Malta in Kürze um Unterstützung und Auffüllung unserer Vorräte bitten müssen. Unsere Treibstoffvorräte sind ebenfalls endlich.» Auch für die 18 Besatzungsmitglieder der «Professor Albrecht Penck» seien die Grenzen der Belastbarkeit längst überschritten.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums hatte am Samstag gesagt, man sei zur Aufnahme der Menschen bereit – allerdings im Rahmen einer «breiten europäischen Verteillösung». Papst Franziskus hatte sich ebenfalls eingeschaltet und einen «betrübten Appell» an die europäischen Staats- und Regierungschefs gerichtet, sich solidarisch mit den 49 Menschen zu zeigen.