Türkische Wirtschaftskrise treibt Zinsen für Athen in die Höhe

Athen/Frankfurt – Die Turbulenzen um den Absturz der türkischen Währung kommen für Griechenland sehr ungelegen: Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen kletterten am Dienstag auf 4,3 Prozent; das ist der höchste Stand seit Ende Juni. Der Wert, der sich aus dem schwankenden Kurs der Anleihe und dem fixen Zinssatz ergibt, signalisiert, welche Zinsen für eine neue Schuldenaufnahme fällig würden.

Der aktuelle Trend ist für Athen ungünstig, weil Griechenland am 20. August nach mehr als acht Jahren das internationale Hilfsprogramm verlässt und demnächst wieder auf eigene Faust Geld am Kapitalmarkt aufnehmen muss. «Die Türkei(-Krise) trübt den Ausgang», titelte am Dienstag die konservative Athener Zeitung «Kathimerini». Die Wirtschaft der beiden Ägäis-Staaten ist in vielen Bereichen miteinander verflochten. Auswirkungen seien jedoch noch nicht absehbar, heißt es in der Industrie.

Euro und Lira stabilisieren sich

Der Euro hat sich währenddessen am Dienstag nach kräftigen Verlusten stabilisiert. Am Markt wurde dies mit der ebenfalls stabileren türkischen Lira begründet. In den Tagen zuvor war der Euro durch den Kursverfall der Lira mit nach unten gezogen worden.

Am Dienstagmorgen kostete ein Euro 1,1405 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1403 Dollar festgesetzt.

Am Dienstag dürften Anleger neben dem weiteren Verlauf der Lira-Krise die zahlreichen zur Veröffentlichung anstehenden Wirtschaftsdaten in den Blick nehmen. Insbesondere im Euroraum werden einige Daten bekanntgegeben, darunter Wachstumszahlen und der Stimmungsindikator des Mannheimer ZEW-Instituts. In den USA werden Preisdaten vom Außenhandel erwartet.