EU-Kommissionsvize erwartet Rezession in vielen EU-Ländern

Riga – EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis erwartet wegen der Coronavirus-Krise einen Wirtschaftseinbruch in vielen EU-Ländern. „Es ist klar, dass es Probleme geben wird. Sie werden ziemlich ernst sein. Wir sehen, dass es in vielen EU-Mitgliedstaaten sehr wahrscheinlich eine Rezession geben wird.“

Weiter sagte der für Wirtschaft zuständige EU-Kommissar am Mittwoch (18. März) im lettischen Fernsehen, noch sei es aber nicht möglich, genaue Vorhersagen zu treffen. „Das wird faktisch davon abhängen, wie es gelingt, die Coronavirus-Epidemie zu überwinden.“ Sollten sich die gegenwärtigen Massnahmen zur Eindämmung des Virus als erfolgreich erweisen und dessen Ausbreitung verringern, könnte sich die Wirtschaft relativ zügig erholen.

Dombrovskis betonte, dass Unternehmen in dieser schwierigen Zeit unterstützt werden müssten. „In dieser Situation ist es wichtig, Entlassungen nach Möglichkeit einzudämmen und die Probleme der Unternehmen zu lindern, damit sie nicht gezwungen sind, ihr Geschäft aufzugeben. Dies würde das wirtschaftliche Potenzial verringern“, sagte der frühere lettische Regierungschef.

Milliardenschweres Notprogramm geplant

Die EU-Kommission hatte am Freitag (13. März) ein milliardenschweres Notprogramm vorgeschlagen, um Unternehmen und Bürgern in der Coronavirus-Krise zu helfen. So sollen europäische Schulden-, Defizit- und Beihilferegeln so grosszügig wie möglich ausgelegt werden, damit die EU-Staaten eigene Nothilfen auflegen können. Darüber hinaus sollen Milliarden aus dem EU-Haushalt umgewidmet werden, um Unternehmen zahlungsfähig zu halten und Investitionen zu ermöglichen.


„Chronologie des Coronavirus“; Redaktion: M. Lorenz; Grafik: F. Bökelmann